beatrix von storch

Wer ist Beatrix von Storch eigentlich? Die ungewöhnliche Karriere der AfD-Politikerin

Beatrix von Storch zählt seit über einem Jahrzehnt zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Figuren der Alternative für Deutschland (AfD). Geboren als Herzogin von Oldenburg, hat die promovierte Juristin einen ungewöhnlichen Weg zurückgelegt: von einer klassischen Anwaltskarriere im Insolvenzrecht über die Gründung konservativer Netzwerke bis hin zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag. Ihre Herkunft aus dem Hochadel, ihre klare Positionierung in gesellschaftspolitischen Fragen und ihre Rolle in der AfD machen sie zu einer Persönlichkeit, die in der deutschen Politik für Aufsehen sorgt.

Frühes Leben und adelige Herkunft

Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch kam am 27. Mai 1971 in Lübeck als Beatrix Herzogin von Oldenburg zur Welt. Sie ist die älteste Tochter des Bauingenieurs Huno Herzog von Oldenburg und seiner Frau Felicitas, geborene Gräfin Schwerin von Krosigk. Die Familie väterlicherseits gehört zum Haus Oldenburg, das bis 1918 das Großherzogtum Oldenburg regierte. Ihre mütterliche Großvater war Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, der von 1932 bis 1945 Reichsfinanzminister war und im Nürnberger Wilhelmstraßen-Prozess als Kriegsverbrecher verurteilt wurde.

Beatrix von Storch wuchs gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Sophie in Kisdorf in Schleswig-Holstein auf. Das Elternhaus war geprägt von christlich-konservativen und bürgerlich-liberalen Werten. Die adelige Herkunft spielte in ihrer Kindheit und Jugend eine Rolle, blieb aber weitgehend im Hintergrund des Alltags.

Ausbildung und beruflicher Einstieg als Rechtsanwältin

Nach dem Abitur 1990 absolvierte Beatrix von Storch eine Lehre zur Bankkauffrau in Hamburg. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften in Heidelberg und Lausanne. Sie legte 1998 das erste und später das zweite juristische Staatsexamen ab. Seit 2001 arbeitet sie als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Insolvenzrecht. In dieser Zeit zog sie 1998 nach Berlin, wo sie bis heute ihren Lebensmittelpunkt hat.

Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit engagierte sie sich früh in konservativen Initiativen. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Sven von Storch gründete sie 2006 die Zivile Koalition e. V., eine Organisation, die sich für bürgerliche Freiheitsrechte, Eigentum und traditionelle Familienwerte einsetzt. Diese Arbeit bildete den Übergang von der juristischen in die politische Sphäre.

Der Einstieg in die Politik und der Aufstieg in der AfD

Beatrix von Storch war 2011 kurzzeitig Mitglied der FDP. 2013 gehörte sie zu den Erstunterzeichnern der Wahlalternative 2013 und trat noch im selben Jahr der neu gegründeten AfD bei. Bereits 2014 zog sie als Abgeordnete ins Europäische Parlament ein. Dort wechselte sie 2016 von der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten zur Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie.

Im Juli 2015 wurde sie auf dem Bundesparteitag in Essen zur stellvertretenden Bundessprecherin der AfD gewählt. Von Januar 2016 bis November 2017 war sie kommissarische Landesvorsitzende der AfD Berlin. Seit der Bundestagswahl 2017 gehört sie dem Deutschen Bundestag an – zunächst über die Berliner Landesliste. Seit Oktober 2017 ist sie eine der stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion. Von Dezember 2019 bis Juni 2022 war sie erneut stellvertretende Bundessprecherin ihrer Partei. Sie zählt zum rechtskonservativen Flügel der AfD und ist Antisemitismusbeauftragte der Bundestagsfraktion. In der 20. und 21. Legislaturperiode arbeitet sie unter anderem im Ausschuss für Digitales mit.

Ihre politische Laufbahn ist geprägt von klaren Positionen zu Themen wie Migration, Familie, Digitalisierung und direkter Demokratie. Sie hat sich wiederholt für eine restriktivere Einwanderungspolitik und den Schutz traditioneller Familienstrukturen ausgesprochen.

Privatleben und persönlicher Alltag

Seit Oktober 2010 ist Beatrix von Storch mit dem deutsch-chilenischen Unternehmer Sven von Storch verheiratet. Die standesamtliche Trauung fand am 22. Oktober 2010 statt, die kirchliche Zeremonie einen Tag später in der Schlosskirche von Eutin. Das Paar lernten sich beim Skifahren kennen und arbeitet seit vielen Jahren eng zusammen – sowohl in der Zivilen Koalition als auch in verschiedenen konservativen Netzwerken. Beatrix von Storch ist evangelisch und das Paar hat keine Kinder. Das Privatleben der Familie bleibt bewusst zurückhaltend und wird nur selten öffentlich thematisiert.

Wichtige Fakten zu Beatrix von Storch

  • Geburt: 27. Mai 1971 in Lübeck als Beatrix Herzogin von Oldenburg
  • Ausbildung: Abitur 1990, Banklehre, Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Lausanne, seit 2001 Rechtsanwältin (Schwerpunkt Insolvenzrecht)
  • Politischer Einstieg: 2013 AfD-Mitglied, 2014–2017 MdEP
  • Aktuelle Ämter: Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Mitglied im Ausschuss für Digitales
  • Familie: Verheiratet seit 2010 mit Sven von Storch, keine Kinder
  • Weitere Engagements: Gründerin und Sprecherin der Zivilen Koalition e. V., Antisemitismusbeauftragte der AfD-Bundestagsfraktion
  • Konfession: Evangelisch

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Woher stammt Beatrix von Storch?

Sie wurde als Herzogin von Oldenburg in Lübeck geboren und gehört dem Haus Oldenburg an, das bis 1918 das Großherzogtum regierte. Sie wuchs in Kisdorf in Schleswig-Holstein auf.

Ist Beatrix von Storch noch im Bundestag?

Ja, sie ist seit 2017 Abgeordnete des Deutschen Bundestags und wurde bei den folgenden Wahlen über die Berliner Landesliste wiedergewählt.

Hat Beatrix von Storch Kinder?

Nein, das Ehepaar von Storch hat keine Kinder.

Welche Rolle spielt Sven von Storch?

Ihr Ehemann ist Unternehmer und arbeitet eng mit ihr in der Zivilen Koalition und bei konservativen Projekten zusammen.

Welche politischen Schwerpunkte hat Beatrix von Storch?

Sie setzt sich für konservative Familienpolitik, eine restriktive Migrationspolitik, Digitalisierungsthemen und direkte Demokratie ein und gehört dem rechtskonservativen Flügel der AfD an.

Fazit

Beatrix von Storch verkörpert einen ungewöhnlichen politischen Weg: Von einer adeligen Herkunft und einer klassischen juristischen Laufbahn hat sie sich konsequent in die erste Reihe der AfD gearbeitet. Ihre Karriere zeigt, wie jemand aus einem traditionellen, bürgerlich-konservativen Milieu in die aktuelle Bundespolitik einsteigen und dort eine einflussreiche Position einnehmen kann. Ob man ihre Positionen teilt oder nicht – ihre Beharrlichkeit und ihre klare Haltung haben sie zu einer der prägenden Figuren der AfD gemacht. In einer Zeit, in der politische Biografien oft geradlinig verlaufen, bleibt ihr Werdegang ein bemerkenswertes Beispiel für einen unkonventionellen Aufstieg.

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