Er ist jung, ehrgeizig und hat einen der steilsten Aufstiege in der deutschen Landespolitik hingelegt. Manuel Hagel, Jahrgang 1988, ist heute der Vorsitzende der CDU Baden-Württemberg und gilt als einer der aufmerksamkeitsstärksten Konservativen seiner Generation. Doch seit seiner Nominierung als Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2026 stellt sich eine Frage immer lauter: Reicht sein Blick weiter als Stuttgart?
Wer ist Manuel Hagel? Herkunft und früher Werdegang
Manuel Hagel wurde am 1. Mai 1988 in Ehingen an der Donau als Sohn eines Polizisten und einer Arzthelferin geboren. Ein bodenständiger Hintergrund, der ihn bis heute prägt. Nach der Mittleren Reife begann er 2005 eine Ausbildung zum Bankkaufmann, bildete sich später zum Betriebswirt weiter und war von 2014 bis 2016 Filialdirektor der Sparkasse Ulm in Ehingen.
Ergänzend absolvierte er 2013 einen Managementstudiengang an der Frankfurt School of Finance & Management. Diese wirtschaftliche Prägung ist kein Zufall – Hagel spricht wirtschaftspolitische Themen mit einer Glaubwürdigkeit, die rein akademisch geprägten Politikern oft fehlt.
Mit 18 Jahren trat Hagel in die CDU ein – ein Entschluss, der seiner späteren Karriere eine ungewöhnlich frühe Grundlage gab.
Politischer Aufstieg: Von der Kommunalpolitik bis zur Landesspitze
Die ersten Schritte im Ehinger Gemeinderat
Seit 2009 ist Hagel Mitglied des Gemeinderats der Stadt Ehingen (Donau), ab 2014 auch stellvertretender Oberbürgermeister seiner Heimatgemeinde. Dieser kommunale Anker zieht sich durch seine gesamte Karriere – er versteht Politik als Dialog mit den Bürgern, nicht als abstraktes Verwaltungsgeschäft.
Generalsekretär und Landtagsabgeordneter ab 2016
2016 zog Hagel mit dem besten CDU-Wahlergebnis seiner Partei in den Landtag ein. Parteichef Thomas Strobl machte ihn gleich zum jüngsten Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg. Er war damals 28 Jahre alt.
Wer Hagel als Generalsekretär kennenlernte, saß einem extrem gut vorbereiteten Politiker gegenüber, der sein Weltbild mit kompakten Schlagworten beschreiben konnte: Tradition und Moderne, Bewahrung der Schöpfung als konservativer Wert, innere Sicherheit als Unions-Kernthema – aber auch Weltoffenheit in Fragen des Glaubens und der sexuellen Orientierung.
Fraktionsvorsitz, Landesvorsitz und Spitzenkandidatur
Seit 2021 führt Hagel die CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg als Fraktionsvorsitzender. Im November 2023 übernahm er dann den Landesvorsitz. Im Mai 2025 wurde er in Stuttgart mit knapp 94 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2026 gewählt.
Wichtige Fakten über Manuel Hagel
- Geburtsdatum: 1. Mai 1988, Ehingen an der Donau
- Beruf vor der Politik: Bankkaufmann und Filialdirektor (Sparkasse Ulm)
- Verheiratet mit Franziska Hagel, Vater von drei Söhnen, wohnhaft in Ehingen
- Seit November 2023 Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz
- Im Frühjahr 2025 leitete er die CDU-Delegation in der Arbeitsgruppe Digitalpolitik bei den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene
- Kernthemen seiner politischen Agenda: Wirtschaftskrise bekämpfen, Bürokratieabbau, mehr Forschung, Familienpolitik
Hagels politische Positionen und Ziele
Wirtschaft und Bürokratie
Hagels politische Schwerpunkte liegen auf der Stärkung der Wirtschaft, Bürokratieabbau, innerer Sicherheit und Bildung. Im Wahlkampf 2026 warb die CDU unter anderem für ein „Bürokratie-Moratorium“ für Gründer.
Digitalpolitik auf Bundesebene
Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2025 leitete Hagel die CDU-Delegation in der Arbeitsgruppe Digitalpolitik. Ein klares Signal: Er agiert längst nicht mehr nur im Stuttgarter Rahmen.
Die „Agenda 2036″
In seiner Rede als Spitzenkandidat kündigte Hagel eine Agenda 2036 für Baden-Württemberg an, mit Schwerpunkten auf Bekämpfung der Wirtschaftskrise, Bürokratieabbau, Forschungsförderung und dem Ziel eines starken „Familienlandes Baden-Württemberg“.
Die Landtagswahl 2026: Starkes Ergebnis, knappe Niederlage
Die Grafiken oben zeigen das Ergebnis deutlich. Die CDU unter Manuel Hagel erzielte bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg 29,7 Prozent der Zweitstimmen – ein Plus von 5,6 Prozentpunkten gegenüber 2021. Dennoch reichte es nicht für Platz eins: Die Grünen lagen knapp vorne, und beide Parteien erhielten jeweils 56 Sitze im Landtag.
Für Hagel persönlich ist das kein Scheitern – sondern ein Ausgangspunkt. Wer eine Traditionspartei um mehr als fünf Prozentpunkte stärkt, hat politisches Kapital aufgebaut.
Plant er größer als gedacht?
Die Frage stellt sich nicht ohne Grund. Hagel wurde 2022 von seiner Partei als Delegierter zur Bundesversammlung für die Wahl des Bundespräsidenten nominiert. Seine Beteiligung an den Berliner Koalitionsverhandlungen 2025 zeigt, dass er in der Bundespartei ernst genommen wird.
Gleichzeitig bleibt er betont bodenständig. Auf seiner offiziellen Website schreibt Hagel: „Politik lebt vom Austausch und vom Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.“ Der Verweis auf seine Ehinger Wurzeln ist kein Zufall – er ist Teil seiner politischen Identität.
Ob Hagel langfristig bundespolitische Ambitionen hegt, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Was sich sagen lässt: Er handelt strategisch, hat Netzwerke aufgebaut und einen der bedeutendsten CDU-Landesverbände neu ausgerichtet. Das ist keine Karriere, die in Stuttgart endet.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Manuel Hagel
Wer ist Manuel Hagel?
Manuel Hagel ist ein deutscher CDU-Politiker, geboren 1988 in Ehingen an der Donau. Er ist Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und war Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl 2026.
Welche Ausbildung hat Manuel Hagel?
Hagel absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, eine Weiterbildung zum Bankfachwirt sowie zum Bankbetriebswirt an der Sparkassenakademie Baden-Württemberg und schloss 2013 einen Managementstudiengang an der Frankfurt School of Finance & Management ab.
Wie hat die CDU unter Hagel bei der Landtagswahl 2026 abgeschnitten?
Die CDU erzielte 29,7 Prozent der Zweitstimmen – ein Zugewinn von 5,6 Prozentpunkten gegenüber 2021. Trotzdem landete sie knapp hinter den Grünen.
Welche politischen Themen setzt Hagel?
Seine Schwerpunkte liegen auf Wirtschaftsstärkung, Bürokratieabbau, innerer Sicherheit und Bildungspolitik – ergänzt durch eine klare Abgrenzung gegenüber der AfD.
Hat Hagel bundespolitische Ambitionen?
Konkrete Pläne hat er öffentlich nicht geäußert. Sein Engagement bei den Koalitionsverhandlungen 2025 in Berlin und seine stetig wachsende Bekanntheit lassen jedoch vermuten, dass seine Karriere noch nicht am Ziel ist.
Fazit
Manuel Hagel ist kein Lautsprecher, sondern ein Stratege. Vom Bankkaufmann aus Ehingen zum Landesvorsitzenden der CDU in einem der wirtschaftlich stärksten Bundesländer – dieser Weg ist weder Zufall noch bloßes Talent. Er ist das Ergebnis von Disziplin, Netzwerkarbeit und dem Willen, eine Partei inhaltlich zu erneuern, ohne ihre Basis zu verlieren.
Ob er größer plant als gedacht? Die Indizien sprechen dafür. Die Landtagswahl 2026 war kein Ende, sondern ein Prüfstein.

