Der traditionsre Herrenausstatter Wormland steht vor dem endgültigen Aus. Nach der zweiten Insolvenz innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen im Januar 2026 die Abwicklung beschlossen. Die Suche nach einem Investor scheiterte, alle Filialen schließen, und rund 250 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Nur zwei Standorte bleiben vorübergehend für den Ausverkauf geöffnet. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand der Wormland-Insolvenz 2026, beleuchtet die Hintergründe und zeigt die Folgen für die Modebranche auf.
Die Geschichte von Wormland
Theo Wormland GmbH blickt auf eine lange Tradition zurück. Das Unternehmen wurde 1935 in Hannover gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der führenden Herrenausstatter in Deutschland. Mit einem Fokus auf hochwertige Herrenmode, Marken wie Hugo Boss oder Drykorn und einem modernen Store-Konzept expandierte Wormland in den großen Städten. In den besten Zeiten betrieb das Unternehmen zahlreiche Filialen und stand für Qualität und Stilberatung.
Doch die Modebranche wandelte sich: Online-Handel, Billiganbieter und verändertes Konsumverhalten setzten stationären Händlern zu. Wormland musste sich immer wieder anpassen, was letztlich zu finanziellen Engpässen führte. Die Marke blieb jedoch ein Begriff für anspruchsvolle Herrenmode.
Die erste Insolvenz und die Rettung 2024
Bereits Anfang 2024 geriet Wormland in schwere Turbulenzen. Das Unternehmen stellte einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Unter der Leitung eines Sanierungsexperten gelang eine Restrukturierung: Filialen wurden geschlossen, Kosten gesenkt und ein neuer Eigentümer gefunden.
Im August 2024 übernahm der Osnabrücker Modehändler Lengermann & Trieschmann (L&T) das Unternehmen. Mit frischem Kapital und rund 300 Mitarbeitern startete Wormland neu. Die Übernahme galt als Erfolg und weckte Hoffnungen auf eine stabile Zukunft.
Erste Anzeichen der Krise
Trotz der Sanierung hielten die Herausforderungen an. Die Nachfrage nach Herrenmode blieb schwach, Inflation und hohe Energiekosten belasteten das Geschäft. Nur 14 Monate nach der Rettung zeichneten sich erneut Probleme ab.
Die zweite Insolvenz: Ablauf und aktueller Stand 2026
Im November 2025 stellte Theo Wormland GmbH erneut einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Osnabrück. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Michels übernahm und führte den Betrieb zunächst fort. Alle neun Filialen blieben geöffnet, Mitarbeiter erhielten Insolvenzgeld.
Die Investorensuche
In den folgenden Wochen suchte der Verwalter intensiv nach einem Käufer. Drei Interessenten meldeten sich: Der Herrenausstatter Anson’s, die bisherigen Eigentümer von L&T sowie ein indischer Investor. Verhandlungen liefen, doch letztlich scheiterten alle Angebote.
Das Scheitern der Rettung
Am 28. Januar 2026 eröffnete das Amtsgericht das Insolvenzverfahren offiziell. Da keine Einigung mit den Vermietern zustande kam, wurden die Angebote als nicht tragfähig eingestuft. Der Gläubigerausschuss entschied sich für die Abwicklung. Die Filialen bleiben größtenteils geschlossen, nur Hannover und Oberhausen dienen dem Ausverkauf der Bestände.
Stand Februar 2026 läuft die Liquidation. Ein Team organisiert die Abwicklung, Gläubiger melden ihre Forderungen an.
Gründe für die Insolvenz
Mehrere Faktoren führten zum erneuten Kollaps. Die anhaltende Kaufzurückhaltung bei Herrenmode steht im Vordergrund: Viele Männer kaufen seltener und günstiger, oft online. Hohe Mieten in Innenstadtlagen belasteten zusätzlich.
Besonders entscheidend war die Mietsituation. Potenzielle Käufer konnten keine langfristigen Verträge mit den Vermietern aushandeln, was das Risiko für Gläubiger zu hoch machte. Die Branche insgesamt leidet unter Konsumflaute und Konkurrenz aus Asien.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Filialen
Die Insolvenz trifft rund 250 Beschäftigte hart. Alle erhielten Kündigungen, viele verlieren nach Jahrzehnten ihren Job. Die betroffenen Standorte – darunter München, Berlin und Hamburg – werden leer stehen und Innenstädte belasten.
Vermieter äußern Besorgnis über Leerstände und suchen neue Mieter. Für die Modebranche signalisiert der Fall Wormland tiefgreifende Strukturprobleme im stationären Handel.
FAQs
Ist Wormland komplett insolvent?
Ja, das Insolvenzverfahren wurde im Januar 2026 eröffnet, das Unternehmen wird abgewickelt.
Welche Filialen sind noch geöffnet?
Nur Hannover und Oberhausen bleiben vorübergehend für den Ausverkauf geöffnet, alle anderen sind geschlossen.
Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?
Rund 250 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Gab es eine Chance auf Rettung?
Drei Investoren zeigten Interesse, doch Verhandlungen scheiterten vor allem an der Mietsituation.
Was passiert mit den Gläubigern?
Forderungen können bis zu einem bestimmten Termin angemeldet werden, die Abwicklung organisiert die Verwertung der Bestände.
Fazit
Die Insolvenz von Wormland markiert das Ende einer Ära für den traditionsreichen Herrenausstatter. Trotz Rettungsversuch 2024 konnte das Unternehmen den Herausforderungen der Branche nicht standhalten. Der aktuelle Stand im Februar 2026 zeigt ein klares Bild: Abwicklung, Schließungen und Jobverluste. Der Fall mahnt zur Anpassung im stationären Modehandel – Digitalisierung und Flexibilität werden entscheidend für das Überleben anderer Händler.

